Wenn Loslassen einen Neuanfang bedeutet
Wie zwei Familien BlackandWoof um Hilfe baten und eine Fellnase sie miteinander verband.
Manchmal bedeutet Verantwortung für einen Hund nicht, um jeden Preis festzuhalten.
Manchmal bedeutet sie, sich einzugestehen:
Ich liebe dich. Aber ich kann dir nicht mehr das Leben geben, das du verdient hast.
Und manchmal gibt es zur gleichen Zeit, nur ein paar Straßen weiter, Menschen, die sich fragen, ob in ihrem Leben vielleicht wieder Platz für einen Hund ist.
Sie kennen sich nicht.
Sie wissen nichts voneinander.
Bis ihre Wege sich kreuzen.
Hier beginnt Friedas Geschichte.
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„Ich brauche eure Hilfe.“
Friedas Frauchen hatte unseren Firmenwagen unterwegs gesehen, all ihren Mut zusammengenommen und uns angerufen. Sie brauche Hilfe mit ihrer sechsjährigen Hündin Frieda.
Vielleicht Beratung. Vielleicht Betreuung. Wie genau eine Lösung aussehen könnte, war noch nicht ganz klar. Also fuhren wir zu den beiden.
Wir wussten nicht, was uns erwarten würde. Vielleicht ein Hund mit Verhaltensauffälligkeiten. Vielleicht ein Hund-Mensch-Team, bei dem Beratung oder eine andere Gestaltung des Alltags helfen könnte.
Doch wir fanden etwas ganz anderes vor: Eine freundliche, feinfühlige kleine Hündin. Und eine Frau, die ihren Hund sehr liebt – und gerade deshalb an einem Punkt angekommen war, an dem sie eine unglaublich schwere Frage zulassen musste:
Kann ich Frieda noch das Leben ermöglichen, das sie verdient hat?
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Frieda fehlte es an nichts
„Meine Kinder sind gut erzogen – also habe ich auch bei meinem Hund Wert auf eine artgerechte Erziehung gelegt“, sagte uns Friedas Halterin bei unserem ersten Kennenlernen.
Und das merkt man Frieda an. Als wir an der Haustür klingelten, meldete sie unseren Besuch. Keine Minute später war wieder Ruhe.
Wer Friedas Frauchen erlebt, merkt schnell: Sie überlässt wenig dem Zufall. Ihr Zuhause ist sehr gepflegt. Alles hat seinen Platz. Was getan werden muss, wird gewissenhaft erledigt. Und genauso hat sie sechs Jahre lang für ihre kleine Chihuahua-Zwergspitzdame gesorgt.
Wir lernten eine sensible Hündin mit eigenem Kopf kennen, die nicht sofort mitten ins Geschehen springt und in einem tollen, hundesicheren Haus mit großem Garten wohnt.
Auf ihren Magen abgestimmtes Futter. Gute Leckerchen. Hundeschule. Viel positive soziale Interaktion. Gesundheitsvorsorge. Impfungen. Gemütliche Schlafplätze. Lieblingsspielzeug. Vertraute Routinen. Wir konnten auf den ersten Blick sehen: Frieda sollte es an nichts fehlen.
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Zwischen Anspruch und Verantwortung
Friedas Halterin hat viele Arzttermine. Tage, an denen schon das Laufen schwerfällt und eine längere Gassirunde schlicht nicht möglich ist. Situationen, in denen plötzlich medizinische Hilfe notwendig wird und niemand vorher sagen kann, wann sie wieder zu Hause sein wird… Gesundheit lässt sich leider nicht planen.
Und dann ist da Frieda: Ein Hund, der Gesellschaft liebt. Der gerne körperlich und geistig ausgelastet wird. Der neugierig sein möchte, wenn man ihm die Möglichkeit dazu gibt.
Ihr Frauchen wusste all das. Und für einen Menschen, der seine Verantwortung so ernst nimmt, wurde die Erkenntnis immer schwerer:
„Ich kann meinen eigenen Ansprüchen an Friedas Leben nicht mehr gerecht werden.“
Nicht Frieda war das Problem. Nicht mangelnde Liebe.
Ganz im Gegenteil.
Nach sechs gemeinsamen Jahren war es gerade diese Liebe, die sie dazu brachte, über etwas nachzudenken und uns letztendlich um Hilfe zu bitten, das sie eigentlich niemals hatte tun wollen: für Frieda ein neues Fürimmerzuhause zu finden.
Eine solche Erkenntnis ist in unseren Augen kein Versagen. Es sind Stärke und Selbstreflexion. Ein Realität-Check. Und vor allem ist es Verantwortung gegenüber dem eigenen Hund.
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Ein paar Straßen weiter …
Fast unabhängig davon hatte eine Woche zuvor eine zweite Geschichte begonnen.
Eine Familie war erst vor wenigen Monaten in unsere Gegend gezogen.
Ein Haus mit Garten. Mama und Papa mit ihrem kleinen Mädchen. Und eine Katze, Flecki, die trotz eingeschränkter Sehkraft ganz genau versteht, was in ihrem Zuhause vor sich geht.
Zu diesen Menschen hatten schon immer Hunde gehört. Nachdem der letzte schon vor längerer Zeit über die Regenbogenbrücke gehen musste und die Tochter nun im Kindergartenalter angekommen war, wurde der Wunsch wieder stärker, einen neuen Hund in die Familie aufzunehmen.
Nicht sofort.
Nicht irgendeinen.
Und vor allem nicht unüberlegt.
„Ach ihr macht was mit Hunden? Vielleicht könnt ihr uns ja helfen.“
Der Familienvater sprach uns auf einer unserer Gassirunden an und die Familie wollte sich beraten lassen.
Welcher Hund könnte zu ihrem Alltag passen? Was wäre im Zusammenleben mit einem kleinen Kind wichtig? Und wann wäre überhaupt der richtige Zeitpunkt?
Wir verabredeten, dass wir uns zusammensetzen würden, sobald es sich für die Familie richtig anfühlt.
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Moment mal …
Da war also eine hundeerfahrene Familie, die nicht nach einem bestimmten Aussehen, Alter oder einer perfekten Vita suchte, sondern nach einem Hund, der zu ihnen passen könnte.
Und dann war da eine sechsjährige kleine Hündin. Kinderlieb. Sozialisiert. Gut erzogen. Feinfühlig und sensibel.
Eine Hündin, die nicht möglichst viel Action brauchte, sondern Menschen, die sie selbstverständlich in ihr Leben integrieren würden.
Wir dachten:
Vielleicht sollten diese Menschen einander kennenlernen.
Also fragten wir auf beiden Seiten vorsichtig nach.
Aus einem Gedanken wurde Interesse.
Aus Interesse wurden Gespräche.
Und schließlich schickten wir der Familie ein Foto von Frieda.
…Sagen wir es so:
Frieda hatte damit -ohne es zu wissen- ihre erste kleine Aufgabe ziemlich gut erledigt. Man könnte meinen, es wäre Liebe auf den ersten Blick.
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Alles kommt zu seiner Zeit
Für ein erstes Kennenlernen wollten wir vor allem eines:
Zeit.
Keine Gespräche zwischen Tür und Angel. Keine Erwartung, dass irgendetwas passieren muss. Und keine Entscheidung.
BlackandWoof war auf Wunsch beider Seiten dabei. Nicht als Entscheider. Nicht als Vertragspartei. Sondern als Begleitung – und als Ansprechpartner, sofern wir gebraucht wurden.
Rund zwei Stunden verbrachten wir letztendlich miteinander.
Das Kennenlernen aller Beteiligten sollte im wahrsten Sinne zum „Beschnuppern“ dienen und bei erfolgreichem Miteinander könnte Frieda für eine vorab vereinbarte Probephase bei ihren neuen Menschen einziehen.
So weit, so gut.
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Einfach Frieda.
Nach einer ersten Begrüßung und kurzen Vorstellung, gingen wir gemeinsam spazieren. Die Familie führte Frieda dabei selbst an der Leine und sie durfte ihre neue Umgebung in Ruhe auf neutralem Boden erkunden. Danach gingen wir gemeinsam ins Haus. Und dort war Frieda – natürlich – die Hauptattraktion.
Es wurden Fragen gestellt und beantwortet. Bisherige Routinen erklärt und bekannte Signale gezeigt. Gewohnheiten beschrieben. Futter und Fütterungszeiten besprochen. Lieblingsspielzeuge vorgestellt und kleine Tricks vorgeführt. Es wurde getanzt, gelacht und sich herzlich ausgetauscht.
Die Familie hatte sich ebenfalls bestens auf dieses Kennenlernen vorbereitet: Sie hatten Zeit. Ruhe. Erfahrung. Und keinerlei Erwartung daran, wie Frieda jetzt bitte zu sein hatte.
Frieda durfte ankommen.
Und genau das tat sie.
Vorsichtig.
Zögerlich.
Aber neugierig und freundlich.
Frieda halt.
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Zweifel werden weggeschleckt 
Selbstverständlich ging so viel Trubel und Hundegeruch an einer Mitbewohnerin ebenfalls nicht vorbei: Flecki.
Während des Kennenlernens kamen die Samtpfoten der Katzendame neugierig die Treppe heruntergeschlichen.
Und dann standen sich Frieda und Flecki im Flur gegenüber.
Alle im Raum hielten kurz die Luft an. Wir beobachteten. Und wir sahen Sozialverhalten wie aus dem Lehrbuch: Kein Theater. Keine Aufregung. Vorsichtiges Schnuppern.
Und dann? Schleckte Frieda Flecki einmal herzhaft übers Gesicht. Lady Flecki schaute verdutzt, rieb sich die Pfote über die Nase und beide Damen gingen wieder ihrer Wege. Das war’s.
Ein aufregender Moment der Erstbegegnung hatte sich wie von selbst in Luft aufgelöst.
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Wie geht es weiter?
Das Kennenlernen lief sehr positiv. Mit jedem Moment wandelte sich Anspannung etwas mehr in Vertrautheit. Auch Friedas Frauchen war glücklich und hatte genau dafür vorgesorgt.
Futter. Näpfe. Geschirr. Leine. Bettchen. Transportbox. Spielzeug. Vertraute Dinge aus Friedas bisherigem Leben lagen bereits im Auto bereit zur Leihgabe.
Denn wir hatten vorher besprochen: Wenn das Kennenlernen für alle gut verläuft – und vor allem Frieda sich wohlfühlt – könnte an diesem Tag direkt die vereinbarte Probephase beginnen.
Zwei Wochen.
Diese finale Entscheidung konnte letztendlich nur Friedas Halterin treffen.
Und schließlich traf sie sie.
Frieda blieb und ist noch immer da.
Es flossen viele Tränen. Denn einen Hund nach sechs gemeinsamen Jahren gehen zu lassen – so gut die Hände auch sein mögen, in die man ihn übergibt – wird nicht plötzlich leicht, nur weil man weiß, warum man es tut…
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Stück für Stück zum Happy End
Inzwischen ist über die Hälfte ihrer zweiwöchigen Probezeit vorbei.
Und deshalb hat diese Geschichte noch kein endgültiges Happy End. Aber sie hat schon ziemlich viele kleine, die unserer Meinung nach vollkommen ausreichen, um diese Geschichte zu erzählen.
BlackandWoof ist noch immer als neutraler Berater eingebunden.
Wir wissen: Friedas potenzielle neue Familie steht mit ihrer Halterin in engem Austausch. Auf Wunsch dürfte sie Frieda auch jederzeit besuchen. Alle sind generell zufrieden mit der Gesamtsituation.
Wir sehen:
Eine Frieda, die neugierig ihren neuen Garten erkundet.
Eine Frieda, die sich in ihrem Kuschelbett entspannt.
Eine Frieda, die an ihrem neuen Futterplatz frisst.
Und eine Frieda, die Stück für Stück ins Familienleben integriert wird.
Wohl dosiert, geduldig und mit ganz viel Liebe.
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Ein Bild, das uns bewegt
Es ist wieder Gassizeit. Frieda schnüffelt neugierig voraus. Neben ihr läuft das kleine Mädchen der Familie mit ihrer Leine in der Hand. Ein Erwachsener sichert Frieda zusätzlich über eine zweite Leine.
Eine augenscheinlich liebevolle Familie lernt ihrem Kind von Beginn an, gemeinsam mit einem Hund unterwegs zu sein und Verantwortung zu übernehmen – ohne dass die tatsächliche Verantwortung beim Kind liegt.
Dieses kleine Bild könnte Friedas zukünftigen Alltag zeigen. Und wir sehen nicht nur einen Hund an zwei Leinen. Wir sehen den Beginn einer ganz großen Freundschaft.
Wenn nicht diese Tatsache Happy-End-Potenzial hat, was dann?
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Ach echt? Ihr rettet Hunde?
Allem voran: Wir haben Frieda nicht gerettet. Denn Frieda musste nicht gerettet werden!
Ganz im Gegenteil. Friedas Halterin war diejenige, die ihr ein Tür in ein neues Leben geöffnet hat.
Eigentlich hat BlackandWoof mit dieser Geschichte erstaunlich wenig, aber gleichzeitig ziemlich viel zu tun.
Wir haben niemandem eine Entscheidung abgenommen.
Wir haben der möglichen neuen Familie nicht gesagt, dass Frieda der richtige Hund für sie ist.
Und wir haben Frieda nicht erklärt, dass sie diese Menschen jetzt bitte mögen soll.
Wir wurden kontaktiert und waren einfach da. Haben beobachtet und zugehört.
Wir haben Fragen gestellt und Informationen gesammelt.
Wir haben zwei Situationen gesehen und irgendwann gedacht:
Vielleicht passen diese Menschen und dieser Hund zusammen.
Wir haben das Kennenlernen vorbereitet, Dokumente als Hilfestellung erstellt und beide Seiten begleitet, als sie sich begegneten.
Den Rest mussten sie selbst herausfinden.
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Genau dafür steht BlackandWoof
Uns ist nicht daran gelegen, Hund und Mensch in inszenierte Lösungen zu pressen.
Unsere Mission ist es, hinzuschauen, zuzuhören und gemeinsam herauszufinden, was ein Hund-Mensch-Team genau an dem Punkt braucht, an dem es gerade steht.
Manchmal Betreuung.
Manchmal Beratung.
Und manchmal besteht unsere Aufgabe vielleicht einfach darin, eine Verbindung herzustellen, die es vorher noch nicht gab.
Zwei Familien hatten uns unabhängig voneinander um Hilfe gebeten.
Ohne voneinander zu wissen.
Am Ende mussten wir eigentlich nur noch dafür sorgen, dass sie sich begegnen.
Den Rest hat Frieda gemacht.
Jetzt warten wir ab, was die Zeit bringt und wünschen allen das Beste…
Auf allen 4 Pfoten ECHT verbunden.
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Nachtrag: Ende und auch happy?
JA! Mittlerweile ist die Probezeit vorbei und die Entscheidung ist gefallen.
Die kleine Frieda fühlt sich augenscheinlich sehr wohl und hat ein neues Fürimmerzuhause gefunden. Sie darf bleiben. 💞
Wir freuen uns unheimlich und sind über so viele wunderbare, glückliche „Fügungen“ ehrlich gerührt.
Auch, wenn es leider viel zu wenige gibt – hier gibt es eins:
Eine Geschichte mit Happy End.